Tuning Projete

Yamaha YZF-R7

Yamaha YZF-R7 Abstimmaktion – November 2009

Wenn aus einer R7 endlich das wird, was man von einer R7 erwartet

Ende 2008 kaufte unser Kunde eine Replika der legendären Yamaha France Langstrecken-R7. Ein außergewöhnliches Motorrad – und eigentlich die perfekte Basis für schnelle Runden auf der Rennstrecke.

Doch die Begeisterung bekam schnell einen Dämpfer: schlechte Gasannahme, eine unharmonische Leistungsentfaltung und massive Probleme in bestimmten Drehzahlbereichen machten das Motorrad auf der Rennstrecke alles andere als angenehm zu fahren.

Mitte 2009 hatten wir erstmals Kontakt mit dem Kunden. Nach dem Ende seiner Rennstreckensaison war es dann so weit: Anfang November nahm er die rund 650 Kilometer lange Anreise aus seiner Heimatgemeinde auf sich und brachte die Yamaha YZF-R7 zu uns.

Die Eingangsmessung zeigt das ganze Problem

Bevor wir mit der eigentlichen Abstimmung begannen, ging die R7 auf unseren Prüfstand. Bereits die ersten Messungen machten deutlich, warum der Kunde mit dem Motorrad nicht zufrieden sein konnte.

Die Gemischaufbereitung war über weite Bereiche alles andere als optimal. Teilweise lief der Motor extrem mager, in anderen Bereichen wiederum deutlich zu fett.

Besonders kritisch war der Bereich zwischen 8.000 und 9.000 U/min. Hier war die Abstimmung derart mager, dass es zu einem massiven Leistungseinbruch bis hin zu kompletten Aussetzern des Motors kam.

Gerade auf der Rennstrecke und beim Herausbeschleunigen ist ein solches Verhalten natürlich fatal: Statt einer sauberen, kontrollierbaren Leistungsentfaltung brach die Leistung genau dort ein, wo sie eigentlich benötigt wurde.

Auch die gemessene Spitzenleistung konnte für eine Yamaha R7 dieser Art nicht wirklich überzeugen.

130,49 PS am Hinterrad waren eine solide Ausgangsbasis – aber ganz sicher noch nicht das Ende der Möglichkeiten.

PowerCommander III USB und individuelle Abstimmung

Also machten wir uns an die Arbeit.

Wir installierten einen von uns individuell angepassten bzw. „handgestrickten“ PowerCommander III USB und begannen anschließend mit der Abstimmung auf unserem Dynojet 250i Prüfstand.

Die Abstimmarbeiten erfolgten mithilfe der TuningLink-Software, wobei die einzelnen Last- und Drehzahlbereiche gezielt optimiert wurden.

Unser Ziel war dabei nicht einfach nur eine möglichst hohe Spitzenleistung.

Viel wichtiger war es, die gravierenden Probleme der Gemischaufbereitung zu beseitigen, den massiven Leistungseinbruch zwischen 8.000 und 9.000 U/min zu eliminieren und der R7 endlich eine saubere Gasannahme sowie eine homogene und kontrollierbare Leistungsentfaltung zu geben.

Und genau das ist gelungen.

Die Fakten nach unserer Abstimmarbeit an der Yamaha YZF-R7

Nach Abschluss der Prüfstands- und Abstimmarbeiten zeigte sich ein vollkommen anderes Bild:

  • 147,64 PS am Hinterrad statt zuvor 130,49 PS

  • 84,66 Nm maximales Drehmoment statt zuvor 75,57 Nm

  • damit über 17 PS Mehrleistung am Hinterrad

  • rund 9 Nm mehr maximales Drehmoment

  • perfekte Gasannahme

  • deutlich homogenere Leistungsentfaltung

  • in diesem zuvor problematischen Bereich stehen nun teilweise über 40 PS mehr am Hinterrad zur Verfügung

  • der kritische Leistungseinbruch zwischen 8.000 und 9.000 U/min wurde vollständig beseitigt

Gerade der letzte Punkt zeigt, wie groß das ursprüngliche Problem tatsächlich war.

Auf dem Papier sind bereits über 17 PS zusätzliche Spitzenleistung ein hervorragendes Ergebnis. Für den Fahrer auf der Rennstrecke ist jedoch die Verbesserung im mittleren und oberen Beschleunigungsbereich noch wesentlich entscheidender.

Wo die R7 vorher regelrecht einbrach und teilweise komplett aussetzte, zieht sie jetzt sauber, gleichmäßig und mit deutlich mehr Leistung durch.

17 PS mehr – aber der eigentliche Gewinn liegt dazwischen

Das Ergebnis unserer Abstimmung lässt sich deshalb nicht allein anhand der maximalen PS-Zahl beurteilen.

Aus einem Motorrad mit problematischer Gasannahme, extremen Schwankungen in der Gemischaufbereitung und einem massiven Leistungseinbruch wurde eine R7 mit sauberer Gasannahme, homogener Leistungskurve und deutlich besser nutzbarer Motorleistung.

Genau darauf kommt es bei einem Rennstreckenmotorrad an.

Nach rund 650 Kilometern Anreise dürfte sich für unseren Kunden damit auch der Weg zu uns gelohnt haben.

Jetzt sind wir gespannt auf die erste Rückmeldung nach seinem nächsten Rennstreckentermin in der Saison 2010 – denn dort wird sich zeigen, was die optimierte Yamaha YZF-R7 unter realen Bedingungen auf der Strecke kann.

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