KAINZINGER MOTORRAD-TUNING Projet
Triumph Speed Triple 1050
1.076 cm³ und 165,23 PS am Hinterrad
Komplettumbau einer Speed Triple 1050 zur Rennstreckenmaschine
Dieses KAINZINGER Tuning-Projekt begann im Jahr 2007. Die Triumph Speed Triple 1050 wurde im November zu uns gebracht und sollte umfassend für den Einsatz auf der Rennstrecke umgebaut werden.
Bei der Anlieferung war die Maschine mit einem Zard Slip-On Schalldämpfer ausgestattet und ansonsten im Serienzustand.
Aus dieser Basis entstand ein umfangreicher Komplettumbau von Motor, Motorperipherie, Auspuffanlage, Fahrwerk und Bremsanlage bis hin zu Carbonrädern, Aluminiumtank und STACK Display.
Das abschließend dokumentierte Ergebnis:
165,23 PS am Hinterrad
122,87 Nm Drehmoment
1.076 cm³ Hubraum

Die Ausgangsbasis
Der Auftrag wurde im Oktober 2007 besprochen, die Speed Triple am 09.11.2007 angeliefert.
Ziel war der Aufbau als reine Rennstreckenmaschine.
Dafür wurde nicht nur der Motor überarbeitet. Auch Fahrwerk, Bremsanlage und weitere Komponenten wurden in den Komplettumbau einbezogen.
Der geplante Komplettumbau
Für das Projekt wurden umfangreiche Maßnahmen festgelegt.
Motor
- größere Kolben mit höherer Verdichtung, abgestimmt auf 98-Oktan-Kraftstoff / Super Plus
- Zylinderkopf- und Ventilbearbeitung
- Umarbeitung der Seriennockenwellen auf ein Sportprofil
Motorperipherie
- BMC Tauschfilter
- Power Commander III USB
- zylindersequentielle Power-Commander-Abstimmung
- Schalthalbautomat
Auspuffanlage
- handgefertigte VA-Komplettanlage
- Akrapovic ABE-Schalldämpfer
Fahrwerk
- Öhlins Federbein
- Umbau der Gabel mit Öhlins Bauteilen
- Öhlins Lenkungsdämpfer
- Carbonräder
Bremsanlage vorne
- Brembo Radialbremszangen
- Brembo Bremsscheiben
- Brembo Radialbremshandpumpe
- Stahlflexschläuche
Weitere Komponenten
- handgefertigter Aluminiumtank als Einzelanfertigung
- „Kainzinger-Suzuki 1.148“-Lackierung
- STACK Display ST 8100
- Rizoma Fußrastenanlage
Bilder von der Demontage der Triumph Speedtriple 1050
Motorbearbeitung und Neuaufbau
Für den Motorumbau wurde die Speed Triple vollständig zerlegt.
Neben den größeren Kolben mit höherer Verdichtung wurden Zylinderkopf und Ventile bearbeitet und die Seriennockenwellen auf ein Sportprofil umgearbeitet.
Der Neuaufbau des Motorrads ist umfangreich fotografisch dokumentiert.
Die Leistungsentwicklung auf dem Prüfstand
Die einzelnen Entwicklungsschritte wurden auf dem Dynojet 250i mit TuningLink Software dokumentiert.
Dadurch lässt sich bei diesem Projekt nicht nur das Endergebnis, sondern auch die Entwicklung während der Abstimmungsarbeiten nachvollziehen.
Erster Stand nach dem Motorumbau
Am 15.10.2008 erfolgte eine Messung nach dem Komplettumbau.
Das Ergebnis:
151,28 PS am Hinterrad
118,89 Nm Drehmoment
Zu diesem Zeitpunkt war der Motor auf dem Prüfstand eingefahren worden, der Power Commander aber noch nicht abgestimmt.
Auch die serienmäßige Drehzahlbegrenzung war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden.
163,26 PS nach Freigabe der Drehzahl
Im nächsten Entwicklungsschritt wurde die Drehzahl bis 11.000 U/min freigegeben.
Damit stieg die gemessene Leistung auf:
163,26 PS am Hinterrad
120,96 Nm Drehmoment
Die Höchstleistung lag zu diesem Zeitpunkt ohne die abschließende Abstimmung bei 10.550 U/min.
Airbox und Ansaugtrichter befanden sich dabei noch im Serienzustand.
Airbox, Ansaugtrichter und zylindersequentielle Abstimmung
m nächsten Schritt wurde die Luftversorgung weiter untersucht.
Dokumentiert sind:
- stufenweise Änderung der Airbox
- Versuche mit verschiedenen Trichterlängen und Trichterformen
- zylindersequentielle Abstimmung über den Power Commander III USB
Die Airbox wurde anschließend modifiziert und die Einspritzanlage zylindersequentiell abgestimmt.
Das Endergebnis: 165,23 PS am Hinterrad
Nach den abschließenden Abstimmungsmaßnahmen wurden erreicht:
165,23 PS am Hinterrad
122,87 Nm Drehmoment
Zum Vergleich: Bei der Eingangsmessung waren es 126,34 PS und 107,50 Nm.
Damit ergibt sich zwischen Eingangsmessung und dokumentiertem Endstand ein Zuwachs von:
+38,89 PS am Hinterrad
+15,37 Nm Drehmoment
Weiteres Entwicklungspotential
Die damaligen Versuche zeigten weiteres Potential bei Airbox und Ansaugtrichtern.
Nach der damaligen Dokumentation wären mit einer deutlich größeren Airbox und dazu passenden Trichtern über 170 PS am Hinterrad und deutlich über 126 Nm möglich gewesen.
Dieser weitere Entwicklungsschritt war jedoch nicht Bestandteil des Budgets dieses Projekts und wurde daher nicht umgesetzt.
Handgefertigter Aluminiumtank
Ein weiterer Bestandteil des Komplettumbaus war ein handgefertigter Aluminiumtank als Einzelanfertigung.
Fahrwerk und Bremsanlage
Auch das Fahrwerk und die Bremsanlage wurden umfangreich verändert.
Zum Aufbau gehörten ein Öhlins Federbein, der Umbau der Gabel mit Öhlins Bauteilen und ein Öhlins Lenkungsdämpfer.
Hinzu kamen Carbonräder.
An der Vorderachse wurden Brembo Radialbremszangen, Brembo Bremsscheiben und eine Brembo Radialbremshandpumpe mit Stahlflexschläuchen eingesetzt.
191,3 kg im Auslieferungszustand
Für die fertig aufgebaute Speed Triple wurde auch das Gewicht dokumentiert.
Mit 5 Litern Benzin im Tank, korrektem Ölstand und gefülltem Kühlsystem wog das Motorrad:
191,3 kg Gesamtgewicht
Die Verteilung:
95,0 kg vorne
96,3 kg hinten
Die fertige Speed Triple 1076
Nach Abschluss der Arbeiten entstand aus der ursprünglich weitgehend serienmäßigen Speed Triple ein umfassend aufgebautes Rennstreckenmotorrad.
Auf der Rennstrecke
Die fertig aufgebaute Speed Triple wurde anschließend auch auf der Rennstrecke in Hockenheim fotografiert.
Im Michelin Museum
Nach Fertigstellung und Einsatz auf der Rennstrecke wurde die umgebaute Triumph Speed Triple 1076 auch in der Michelin-Ausstellung in Karlsruhe präsentiert.
Ein Bild dokumentiert die Maschine dort in der Ausstellung.

Rückmeldung des Besitzers
Im November 2009 meldete sich der Besitzer noch einmal bei KAINZINGER. Nach Erscheinen des FASTBIKE-Berichts schrieb er, dass ihn der Bericht mit Besitzerstolz erfülle und sich die Speed Triple zu diesem Zeitpunkt sicher in der Michelin-Ausstellung befinde.
Hallo Herr Kainzinger,
habe den Bericht in FASTBIKE gelesen, erfüllt mich mit Besitzerstolz.
Im Moment befindet sich das Schmuckstück sicher und trocken in der Michelin-Ausstellung.
Was das Tankthema angeht, melde ich mich nächstes Jahr vor Überführung nach Italien.
Gruss, Bernd v. H.
Ein umfangreiches KAINZINGER Komplettprojekt
Bei dieser Triumph Speed Triple stand nicht eine einzelne Tuningmaßnahme im Mittelpunkt.
Motor, Einspritzung, Airbox, Auspuffanlage, Fahrwerk, Bremsanlage, Räder und weitere Komponenten wurden innerhalb eines umfangreichen Gesamtprojekts aufgebaut.
Vom ursprünglichen Stand mit 126,34 PS am Hinterrad und 107,50 Nm entwickelte sich die Speed Triple bis zum dokumentierten Endstand mit:
165,23 PS am Hinterrad
122,87 Nm Drehmoment





















































































