Yamaha Tuning-Projekt
Suzuki GSX-R 750 – 146,75 PS am Hinterrad
Rennstreckenprojekt mit optimierten Nockenwellen, Ventiltrieb und ECU
Bei diesem Projekt stand eine Suzuki GSX-R 750 aus dem Jahr 2013 für den Rennstreckeneinsatz im Mittelpunkt.
Das Ziel war eine gezielte Optimierung des Motors, ohne die Verdichtung zu erhöhen oder den Zylinderkopf zu bearbeiten. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag dabei auf der Nockenwellenkonfiguration und einer möglichst optimalen Relation zwischen Einlass- und Auslassseite.
Der Motor wird ausgebaut
Für die Arbeiten an den Nockenwellen wurde der Motor aus dem Chassis ausgebaut.
Nur so konnten die umgeschliffene Serien-Einlassnockenwelle und die neu aus Stahl gefertigte Auslassnockenwelle präzise eingradet und eingestellt werden.
Gerade bei einem solchen Motoraufbau ist die exakte Einstellung der Steuerzeiten ein entscheidender Bestandteil der Arbeiten.
Die Nockenwellen der GSX-R 750
Bei der Einlassseite konnte die serienmäßige Nockenwelle entsprechend umgeschliffen werden.
KAINZINGER Einlassnockenwelle
9,60 mm Hub
254° Steuerzeit bei 1 mm Hub
Auf der Auslassseite waren die Möglichkeiten mit der serienmäßigen Nockenwelle dagegen begrenzt.
Mit einem Umschliff der Serien-Auslassnockenwelle waren folgende Werte möglich:
8,43 mm Hub
236° Steuerzeit bei 1 mm Hub
Damit bestand weiterhin eine deutliche Differenz zwischen Einlass- und Auslassseite.
Neue Auslassnockenwelle aus Stahl
Da sich durch einen Umschliff kein zusätzliches Material auf die vorhandene Nockenwelle aufbringen lässt, wurde für dieses Projekt eine komplett neue Auslassnockenwelle aus Stahl gefertigt.
Damit lagen Einlass- und Auslassnockenwelle wesentlich näher beieinander:
Die Differenz betrug damit 0,25 mm beim angegebenen Hub und 4° bei der Steuerzeit.
Ventiltrieb für höhere Drehzahlen
Passend zur geänderten Nockenwellenkonfiguration wurde auch der Ventiltrieb entsprechend vorbereitet.
Zum Einsatz kamen spezielle Ventilfedern, die zuvor einer Superfinish-Behandlung unterzogen wurden.
Zusätzlich wurden Yoshimura Ventilkeile verwendet, um die Drehzahlsicherheit zu verbessern.
ECU-Flash und 14.800 U/min
Auch das serienmäßige Steuergerät wurde in das Motorkonzept einbezogen.
Die ECU wurde geflasht und die vorhandenen Serienrestriktionen entfernt. Gleichzeitig wurde die Maximaldrehzahl um 500 U/min auf 14.800 U/min angehoben.
Abstimmung auf dem Dynojet 250i
Nach Fertigstellung wurde der Motor zunächst eingefahren.
Anschließend erfolgte die Gemischabstimmung mit dem bereits vorhandenen Bazzaz Z-FI-TC Modul auf dem Dynojet 250i Prüfstand.
Das Ergebnis: 146,75 PS am Hinterrad
Nach Abschluss der Arbeiten erreichte die GSX-R 750:
146,75 PS am Hinterrad
84,31 Nm maximales Drehmoment
Bemerkenswert ist dabei, dass dieses Ergebnis ohne Verdichtungserhöhung und ohne Bearbeitung des Zylinderkopfes erreicht wurde.
Zum damaligen Zeitpunkt war dies bei KAINZINGER das beste Ergebnis einer GSX-R 750 ab Modelljahr 2011 ohne Verdichtungserhöhung oder Zylinderkopfbearbeitung.

Fazit des GSX-R 750 Projekts
Dieses Rennstreckenprojekt zeigt, welches Potenzial in der gezielten Abstimmung einzelner Motorkomponenten steckt.
Statt einer Verdichtungserhöhung oder einer Bearbeitung des Zylinderkopfes konzentrierte sich der Aufbau auf die Nockenwellen, den Ventiltrieb, die Motorsteuerung und die abschließende Prüfstandsabstimmung.
Mit der speziell gefertigten Auslassnockenwelle, der bearbeiteten Einlassnockenwelle, dem angepassten Ventiltrieb und der geflashten ECU entstand eine GSX-R 750 mit 146,75 PS und 84,31 Nm am Hinterrad.


