Tuning Projete
Kawasaki W800
Kawasaki W800 Tuning – 67,73 PS am Hinterrad und 71,69 Nm
Ein komplexes Motorrad-Tuning-Projekt von KAINZINGER – The Tuning Company
Die Kawasaki W800 ist kein Motorrad wie jedes andere. Klassisches Café-Racer-Flair, traditionelle Linien und vor allem der charakteristische Königswellenmotor machen sie zu einer Maschine für echte Liebhaber.
Wir können diese Begeisterung sehr gut nachvollziehen. Schließlich haben wir bei KAINZINGER bereits zahlreiche Kawasaki W800 optimiert und uns intensiv mit den Möglichkeiten – und Grenzen – dieses Motors beschäftigt.
Bei diesem Projekt wollten wir wissen, was mit einem konsequent entwickelten Gesamtkonzept tatsächlich möglich ist.
Das Ergebnis unserer Kawasaki W800 Tuningstufe II:
67,73 PS am Hinterrad und 71,69 Nm maximales Drehmoment.
Zum Vergleich: Im angelieferten Serienzustand ermittelten wir auf unserem Leistungsprüfstand 42,70 PS am Hinterrad und 54,68 Nm.
Damit erreichten wir:
+25,03 PS am Hinterrad
+17,01 Nm maximales Drehmoment
+58,7 % Leistung gegenüber dem Ausgangswert
Und entscheidend ist: Die zusätzliche Leistung steht nicht nur bei hohen Drehzahlen zur Verfügung. Auch im unteren und mittleren Drehzahlbereich legt der Motor erheblich zu.

Wie entstand die Kawasaki W800 Tuningstufe II?
Nach Abschluss unserer Tuningstufe I war für uns klar, an welchen Punkten wir ansetzen mussten, um den nächsten großen Schritt zu erreichen.
Drei Faktoren begrenzten das weitere Potenzial des Motors besonders deutlich.
1. Die Seriennockenwelle
Bereits durch das Umschleifen der serienmäßigen Nockenwelle konnten wir den Gasdurchsatz im Zylinderkopf erheblich verbessern.
Ein Umschliff hat jedoch eine grundsätzliche Grenze: Material lässt sich abtragen – aber nicht „draufschleifen“.
Damit waren die Möglichkeiten hinsichtlich Ventilhub und Steuerzeiten der Seriennockenwelle weitgehend ausgeschöpft.
Für unsere Tuningstufe II musste deshalb eine konsequentere Lösung her.
2. Die Spreizungswerte
Das gleiche Problem zeigte sich bei den Spreizungswerten der umgeschliffenen Seriennockenwelle.
Auch hier waren aufgrund der vorhandenen Geometrie nur begrenzte Veränderungen möglich.
Wenn wir das Potenzial des W800-Motors wirklich ausnutzen wollten, benötigten wir eine Nockenwelle, deren Geometrie von Anfang an auf unsere Anforderungen ausgelegt war.
3. Die serienmäßige Drehzahlbegrenzung
Der dritte entscheidende Punkt war die Serien-ECU.
Bei etwa 6.900 U/min war Schluss.
Bereits das Leistungsdiagramm unserer Tuningstufe I zeigte jedoch deutlich, dass der Motor zu diesem Zeitpunkt sein mögliches Leistungsmaximum noch gar nicht erreicht hatte.
Mit anderen Worten:
Der Motor wollte weiter – die Elektronik ließ ihn nicht.
Für die Tuningstufe II mussten deshalb nicht nur die mechanischen Voraussetzungen geschaffen, sondern auch die elektronischen Begrenzungen entsprechend angepasst werden.
Unsere Maßnahmen für die W800 Tuningstufe II
Aus den Erkenntnissen der ersten Entwicklungsstufe ergab sich ein umfangreiches Maßnahmenpaket.
67,73 PS am Hinterrad: die Ergebnisse auf dem Leistungsprüfstand
Die Zahlen zeigen sehr deutlich, was aus der Kawasaki W800 geworden ist.
Eingangsmessung im angelieferten Zustand:
42,70 PS am Hinterrad
54,68 Nm maximales Drehmoment
Nach Abschluss der Tuningmaßnahmen:
67,73 PS am Hinterrad
71,69 Nm maximales Drehmoment
Differenz:
+25,03 PS am Hinterrad
+17,01 Nm maximales Drehmoment
Das entspricht einer Leistungssteigerung von rund 58,7 % gegenüber dem gemessenen Ausgangswert.
Doch eine reine Spitzenleistungsangabe erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Mehr Leistung – nicht nur bei hoher Drehzahl
Bei einem gelungenen Motortuning geht es uns nicht darum, Leistung im unteren Drehzahlbereich wegzunehmen und lediglich in höhere Drehzahlregionen zu verschieben.
Genau das zeigt die Leistungskurve dieser W800.
Bereits bei etwa 2.900 U/min stehen gegenüber dem Ausgangszustand rund
+4,44 PS und +10,76 Nm
zusätzlich zur Verfügung.
Der Leistungszuwachs ist damit nicht nur auf dem Papier oder unmittelbar vor dem Drehzahlbegrenzer vorhanden. Er macht sich über einen großen Teil des nutzbaren Drehzahlbereichs bemerkbar.
Das verändert den Charakter der Kawasaki entscheidend: deutlich mehr Druck, kräftigeres Beschleunigen und wesentlich mehr Reserven – ohne die grundsätzliche Charakteristik der W800 aufzugeben.
Bis 7.900 U/min nutzbarer Drehzahlbereich
Nach dem Umbau kann der Motor bis zu einer echten, digital gemessenen Drehzahl von 7.900 U/min ausgedreht werden.
Auf dem serienmäßigen Drehzahlmesser entspricht dies ungefähr einer Anzeige von 8.400 U/min.
Der entsprechend vorbereitete Ventiltrieb wurde für Drehzahlen bis 8.500 U/min – digital gemessen – ausgelegt.
Damit wurde genau die Voraussetzung geschaffen, die bei der vorherigen Entwicklungsstufe noch fehlte: Der Motor kann seinen erweiterten Leistungsbereich tatsächlich nutzen.
Und wie fährt sich eine derart modifizierte Kawasaki W800?
Technische Daten und Leistungsdiagramme sind wichtig.
Noch interessanter ist aber häufig die Reaktion des Fahrers nach den ersten Kilometern.
Nach seiner ersten Ausfahrt schrieb uns der Besitzer dieser Kawasaki:
„Heilige Scheiße! Das Ding läuft ja sensationell.“
Und weiter:
„Die alte W800 ist nicht wiederzuerkennen – das wird im kommenden Jahr viel Freude machen ;-)!“
Eine ziemlich eindeutige Rückmeldung.
Denn letztlich entwickeln wir ein solches Tuning nicht ausschließlich für einen beeindruckenden Wert auf dem Leistungsprüfstand.
Entscheidend ist, was der Fahrer anschließend auf der Straße davon spürt.
Kawasaki W800 Tuning bei KAINZINGER
Dieses Projekt zeigt exemplarisch, was möglich wird, wenn Motorhardware, Ventiltrieb, Steuerzeiten, Elektronik, Gemischaufbereitung und Abgasseite nicht isoliert betrachtet, sondern als Gesamtsystem entwickelt und abgestimmt werden.
Aus den ursprünglich gemessenen 42,70 PS am Hinterrad wurden 67,73 PS.
Aus 54,68 Nm wurden 71,69 Nm.
Und aus einer klassischen Kawasaki W800 wurde eine W800, deren äußerlich zurückhaltender Auftritt kaum vermuten lässt, welches Potenzial in ihrem Königswellenmotor steckt.


