Honda Tuning-Projekt
Tuning für Honda CBR 1000 RR
199,89 PS am Hinterrad
Kompletter Motorneuaufbau mit 76-mm-Kolben, Kitnockenwellen und Carrillo-Pleuel
Diese Honda CBR 1000 RR war bereits umfangreich modifiziert. Unter anderem waren ein Öhlins Fahrwerk und BST Carbonräder verbaut. Mit der Motorleistung war der Besitzer jedoch nicht zufrieden.
Nach vorausgegangenen Tuningversuchen zweier Händler wurden knapp 185 PS Motorleistung erreicht. Für KAINZINGER begann das Projekt deshalb mit einer vollständigen Analyse des vorhandenen Motoraufbaus.
Das spätere Ergebnis auf dem Prüfstand:
199,89 PS am Hinterrad
120,79 Nm maximales Drehmoment
212,85 PS an der Kupplung
Ausgangssituation: Leistung blieb hinter den Erwartungen
Die CBR 1000 RR kam bereits mit verschiedenen Modifikationen zu KAINZINGER – The Tuning Company. Insbesondere die bisher erreichte Motorleistung entsprach jedoch nicht den Erwartungen des Besitzers.
Um die Ursache zu ermitteln und eine technisch saubere Basis für den weiteren Aufbau zu schaffen, wurde der Motor aus dem Motorrad ausgebaut und vollständig zerlegt.
Analyse des vorhandenen Motoraufbaus
Bei der anschließenden Durchsicht der Bauteile zeigte sich unter anderem eine problematische Änderung am Ventiltrieb.
Die Ventile waren jeweils um 1 mm zurückversetzt worden. Damit sollten mit den unbearbeiteten Serienkolben die von Honda für die Kitnockenwellen angegebenen Steuerzeiten ermöglicht werden.
Diese Lösung hatte jedoch einen entscheidenden Nachteil:
Durch das Zurückversetzen der Ventile wurde sowohl das Einströmen der Gase in den Brennraum als auch das Abströmen der Abgase erheblich behindert.
Dies war nach der damaligen KAINZINGER – The Tuning Company -Analyse einer der Gründe für die unbefriedigende Leistungsausbeute des vorhandenen Motoraufbaus.
Neuaufbau des CBR 1000 RR Motors
Nach der Analyse wurde der Motor mit einer neuen technischen Konfiguration wieder aufgebaut.
Zum Einsatz kamen 76-mm-Kolben. Damit lag der Kolbendurchmesser 1 mm über der Serie.
Entscheidend waren dabei auch die korrekt ausgeführten Ventiltaschen. So konnte die Konfiguration mit den verwendeten Kitnockenwellen umgesetzt werden, ohne die zuvor festgestellte problematische Lösung mit den zurückversetzten Ventilen beizubehalten.
Zusätzlich wurden die Zylinderlaufflächen beschichtet.
Komponenten des Motoraufbaus
- 76-mm-Kolben – 1 mm größer als Serie
- korrekt ausgeführte Ventiltaschen
- beschichtete Zylinderlaufflächen
- Honda Kitnockenwellen
- Honda Kitventilfedern
- Honda Kitsteuergerät
- Carrillo-Pleuel
Zwei PowerCommander für die Abstimmung
Eine Besonderheit dieses CBR-1000-RR-Projekts war die Konfiguration der Abstimmung.
Für die beiden Einspritzleisten wurden zwei PowerCommander eingesetzt – jeweils ein PowerCommander pro Einspritzleiste.
Damit wurde die Gemischabstimmung der beiden Einspritzleisten vorgenommen.
Das Ergebnis auf dem Prüfstand
Nach dem Neuaufbau und der Abstimmung zeigte die Honda CBR 1000 RR eine deutliche Veränderung der gemessenen Leistung und des Drehmoments.
Vorher
147,92 PS am Hinterrad
103,46 Nm maximales Drehmoment
Nachher
199,89 PS am Hinterrad
120,79 Nm maximales Drehmoment
Leistungssteigerung
+51,97 PS am Hinterrad
+17,33 Nm maximales Drehmoment
212,85 PS an der Kupplung
Nach Fertigstellung, Einfahren des Motors und abschließender Abstimmung erfolgte die Leistungsmessung.
Neben den 199,89 PS am Hinterrad wurde die Leistung auch an der Kupplung dokumentiert.
Hier erreichte die CBR 1000 RR:
212,85 PS an der Kupplung
Fazit des CBR 1000 RR Projekts
Dieses Projekt zeigt, wie entscheidend der korrekte Aufbau eines bereits modifizierten Motors sein kann.
Bei der angelieferten CBR 1000 RR waren bereits Kitnockenwellen vorhanden. Die zuvor gewählte Lösung mit den um jeweils 1 mm zurückversetzten Ventilen beeinträchtigte jedoch nach der KAINZINGER-Analyse den Gaswechsel und war einer der Gründe für die mangelhafte Leistungsausbeute.
KAINZINGER zerlegte den Motor vollständig und baute ihn mit 76-mm-Kolben und korrekten Ventiltaschen, beschichteten Zylinderlaufflächen, Kitnockenwellen, Kitventilfedern, Kitsteuergerät und Carrillo-Pleuel neu auf. Für die Abstimmung kamen zwei PowerCommander zum Einsatz.
Das dokumentierte Ergebnis: 199,89 PS am Hinterrad, 120,79 Nm maximales Drehmoment und 212,85 PS an der Kupplung.




