Tuning Projete
KTM RC 8 (R)
KTM RC8 Tuning mit 1290 Super Duke R Motor
185,46 PS am Hinterrad – 147,21 Nm maximales Drehmoment
Die KTM RC 8 (R) ist auch heute noch eine außergewöhnliche Basis für ein konsequentes Tuningprojekt. Fahrwerk, Konzept und Charakter des Motorrads bieten beste Voraussetzungen – und vor allem viel Potenzial für deutlich mehr Leistung.
Für uns stellte sich deshalb die spannende Frage:
Was ist möglich, wenn wir die RC 8 (R) mit einem modifizierten 1290 Super Duke R Motor, einer eigens entwickelten Abgasanlage und einer individuellen Motorabstimmung kombinieren?
Die Ausgangsbasis: KTM RC 8 (R)
Bevor der Umbau auf den modifizierten 1290 Super Duke R Motor erfolgte, haben wir zunächst das Potenzial unserer neu entwickelten VA-Krümmeranlage am Serienmotor der RC 8 untersucht.
Die Anlage wurde sowohl in einer Racing-Ausführung mit Vorschalldämpfer und seitlichem Austritt als auch in Verbindung mit zwei Akrapovic ABE-Schalldämpfern getestet.
Bereits dabei konnten wir mehr als 7 PS zusätzliche Leistung am Hinterrad messen.
Unsere Erfahrungen aus den Prüfstandsläufen zeigten, dass in Verbindung mit einer entsprechenden zylinderselektiven Gemischabstimmung ein Potenzial von etwa 9 bis 11 PS Mehrleistung am Hinterrad möglich ist.

KTM RC8 mit 1290 Super Duke R Motor
Das Potenzial der neuen Abgasanlage war damit bestätigt. Für unser eigentliches Projekt gingen wir jedoch einen entscheidenden Schritt weiter.
Die RC 8 (R) wurde zerlegt und der Serienmotor ausgebaut. Parallel dazu haben wir einen 1290 Super Duke R Motor teilzerlegt und für den Einsatz in der RC 8 vorbereitet.
Unser Ziel war von Anfang an klar: das enorme Drehmoment des größeren V2-Motors mit dem sportlichen Konzept der RC 8 zu verbinden und das gesamte Paket konsequent weiterzuentwickeln.


Bearbeitung der RC8 Zylinderköpfe
Ein wichtiger Bestandteil des Motorumbaus war die Bearbeitung der Zylinderköpfe.
Bei den serienmäßigen Brennräumen zeigten sich unter anderem verbesserungsfähige Übergänge von den Sitzringen zur Brennraumkalotte sowie vergleichsweise raue Oberflächen.
Im Rahmen unserer Bearbeitung wurden diese Bereiche gezielt optimiert.
Die Übergänge von den Sitzringen in die Brennraumkalotte wurden sauber ausgearbeitet und die Oberflächen entsprechend geglättet. Dadurch entstehen deutlich sauberere Konturen und gleichzeitig werden Oberflächen geschaffen, an denen Verbrennungsrückstände wesentlich schlechter anhaften können.
Kanalbearbeitung der Zylinderköpfe
Neben den Brennräumen wurden auch die Kanäle der Zylinderköpfe bearbeitet.
Hier geht es nicht darum, möglichst viel Material zu entfernen. Entscheidend sind eine gezielte Bearbeitung und eine auf das Gesamtkonzept des Motors abgestimmte Optimierung.
Das Zusammenspiel von Zylinderkopf, Ansaugung, Abgasanlage, Gemischaufbereitung und Abstimmung entscheidet letztendlich darüber, welches Potenzial tatsächlich genutzt werden kann.
Hinweis: Diese Ram-Air-Box wird heute nicht mehr hergestellt.
Handgefertigte VA-Krümmeranlage
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts ist unsere speziell entwickelte und handgefertigte Edelstahl-Krümmeranlage.
Bereits die Messungen mit dem ursprünglichen RC-8-Motor hatten gezeigt, welches Potenzial die Konstruktion bietet.
Beim 1290-Umbau wurde die Abgasanlage entsprechend in das Gesamtkonzept integriert. Motor, Zylinderkopfbearbeitung, Abgasanlage sowie Einspritz- und Zündabstimmung sollten nicht als einzelne Tuningmaßnahmen funktionieren, sondern als aufeinander abgestimmtes System.
Hinweis: Diese Ram-Air-Box wird heute nicht mehr hergestellt.
KTM RC8 Leistungssteigerung auf dem Prüfstand
Nach Fertigstellung des Umbaus wurde der Motor zunächst sorgfältig eingefahren.
Anschließend erfolgte die individuelle Abstimmung der Einspritz- und Zündwerte auf dem Prüfstand.
Und hier zeigte sich, dass unsere vorherige Einschätzung des möglichen Leistungsniveaus richtig war.
185,46 PS am Hinterrad und 147,21 Nm
Nach Abschluss der Arbeiten konnten wir folgende Werte messen:
185,46 PS am Hinterrad
194,75 PS an der Kupplung
147,21 Nm maximales Drehmoment
Noch aussagekräftiger als der reine Spitzenwert ist der nutzbare Drehmomentbereich:
Von 3.600 U/min bis über 10.500 U/min stehen durchgehend mehr als 120 Nm zur Verfügung.
Genau diese Kombination aus Spitzenleistung und einem extrem breiten nutzbaren Drehzahlbereich macht das Ergebnis dieses Projekts für uns besonders interessant.
43,38 PS mehr am Hinterrad
Der direkte Vergleich mit dem ursprünglichen Serienzustand macht den Unterschied besonders deutlich.
KTM RC 8 im Serienzustand:
142,08 PS am Hinterrad
107,61 Nm maximales Drehmoment
KTM RC 8 mit modifiziertem 1290 Super Duke R Motor:
185,46 PS am Hinterrad
147,21 Nm maximales Drehmoment
Damit konnten wir gegenüber dem ursprünglichen Serienzustand eine Steigerung von:
+43,38 PS am Hinterrad
+39,60 Nm maximales Drehmoment
erzielen.

Leistung mit Entwicklungspotenzial
Mit 185,46 PS am Hinterrad und 147,21 Nm überzeugt die RC 8 nicht nur durch Spitzenwerte. Besonders beeindruckend sind die mehr als 120 Nm, die von 3.600 bis über 10.500 U/min anliegen.
Und dabei war das Potenzial noch nicht ausgeschöpft: Die Messungen entstanden mit den serienmäßigen 52-mm-Drosselklappenkörpern und KTM-Nockenwellen. Als nächste Entwicklungsstufe waren 62-mm-Drosselklappenkörper, eine zusätzliche Einspritzung von oben und speziell angefertigte Nockenwellen vorgesehen – mit einem klaren Ziel: die 200-PS-Marke zu überschreiten.
Das Projekt zeigt, was durch das konsequente Zusammenspiel von Motorbearbeitung, Abgasanlage und individueller Abstimmung möglich ist.









